Politische und mediale Diskurse im Spannungsfeld von Sozialpolitik und Migration
Max Kroppenberg, Christian Sydow
DIFIS, Duisburg/Bremen, Juli 2026
Die Studie untersucht die Verschränkung der Diskursstränge zu Migration und Sozialstaat am Beispiel aktueller Debatten im Deutschen Bundestag zu Fragen des Missbrauchs sozialer Leistungen sowie deren Rezeption in reichweitenstarken Medien. Dazu wird zunächst kurz das administrative Wissen zu Sozialleistungsmissbrauch dargestellt und anschließend wird anhand bestehender Forschungsliteratur der Diskursverlauf seit den 1950er-Jahren entlang der wichtigsten Entwicklungen nachgezeichnet. Es folgt eine exemplarische Aussagenanalyse von Bundestagsdebatten zu den Themen Bürgergeld, Bezahlkarte für Geflüchtete sowie zu Sozialleistungsmissbrauch bzw. Vaterschaftsbetrug. Anschließend werden die Leitmedien FAZ, SZ und taz sowie die Bild in Bezug auf die genannten Themen ausgewertet.
Im Ergebnis zeigt sich aktuell eine Polarisierung im Sagbarkeitsfeld zwischen ‚belastender Fluchtmigration‘ und ‚nützlicher Fachkräftemigration‘. Der Diskurs ist geprägt durch Bilder von Entgrenzung und Denormalisierung. Aussagen zu ‚ausländischem‘ Leistungsmissbrauch werden dabei strategisch aufgerufen. Positive Bezugnahmen auf Migration erfolgen vornehmlich in Bezug auf Fachkräfte.
Die Studie wurde im Auftrag des Deutschen Instituts für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) von Mitarbeitern des DISS erstellt.

