DISS-Journal
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Das Kopftuch
Der Fall Fereshta Ludin. Von Marlies Wehner, erschienen in DISS-Journal 3 (1999) Als sich die deutsche Muslima Fereshta Ludin im Sommer 1998 nach erfolgreichem Abschluß ihres Referendariats um die Übernahme als Hauptschullehrerin in den baden-württembergischen Schuldienst bewarb, erhielt sie vom zuständigen Oberschulamt nach dem üblichen Bewerbungsgespräch eine Ablehnung. Schon als es um das Referendariat als…
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Das erschöpfte Boot
Otto Schily und die Einwanderer. Von Siegfried Jäger, erschienen in DISS-Journal 3 (1999) Am 4. Februar 1982 hielt der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Alfred Dregger im Rahmen einer Großen Anfrage an die SPD/FDP-geführte Bundesregierung eine denkwürdige Rede zur Ausländerpolitik. Treu deutsch formulierte er: „Die Völker, nicht nur das deutsche, legen in der Regel Wert darauf, ihre nationale Identität…
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Linke essen Diskurs auf
Von Siegfried Jäger, erschienen in DISS-Journal 2 (1998) Während einige besorgte Linke befürchten, „Diskurs essen Realität“ auf oder gar den ganzen Rest der Linken (wie die Jungle World am 12.3.1998), möchte ich eher behaupten: Linke essen Diskurs auf. Weshalb das? Ganz einfach: Weil er ihnen schmeckt! Und er schmeckt ihnen, weil sie mit Diskurstheorie und…
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Trauerarbeit im Männerbund
Von Brigitta Huhnke, erschienen in DISS-Journal 2 (1998) Wie bewußtlos und beflissen völkisch-konservative Vorgaben mittlerweile apportiert werden, zeigten die Nachruforgien für Ernst Jünger im Februar 1998. Die Ikone teutonischer Männlichkeit war kaum verschieden, da kondolierten Kanzler Kohl und Bundespräsident Herzog. Sie regten zur kollektiven Trauerarbeit im Männerbund an. Bereits Anfang der neunziger Jahre war im…
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Bei „Rassismus“ kommt Anti-Rassismus
Von Joannah Caborn, erschienen in DISS-Journal 2 (1998) Als Beweis, daß das Internet auch deutschsprachige Seiten hat, gebe ich diesmal einen Suchbegriff ein, der nur in Dokumenten in deutscher Sprache auftauchen kann: „Rassismus“. Und siehe da, die gefundenen Seiten beschäftigen sich fast ausschließlich mit Anti-Rassismus. So können Suchbegriffe täuschen. Angeführt sind hier die großen Sammelpunkte,…
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Was wollten die eigentlich?
Während die Medien den Streik von 1997 der Studierenden auf die Parole „Mehr Bücher bitte“ reduzierten, debattierten die Studierenden in Vollsammlungen über sehr viel weiter gehende Forderungen: vom Protest gegen Sparmaßnahmen bis zum Gegen-Modell einer selbstbestimmten „Bildung für alle“. Ein dokumentarischer Überblick von Thomas Ernst, erschienen in DISS-Journal 2 (1998) in ihren resolutionen und forderungskatalogen…
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Mit einem Mythos geschlagen
Der Streik der Studierenden vom Wintersemester 97 wurde in den Medien penetrant und ausdauernd mit „1968“ verglichen – ein nostalgisches und politisch prekäres Denkmodell mit geradezu fatalen Folgen. Eine Streik-Analyse von Joannah Caborn und Semra Çelik, erschienen im DISS-Journal 2 (1998) „Die Studierenden wollen ein bißchen komfortabler studieren, aber sonst nichts verändern. Wir wollten die…
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Der Euro und die DVU
Von Helmut Kellershohn, erschienen in DISS-Journal 2 (1998) Das Brüsseler Treffen der EU-Regierungschefs am ersten Maiwochenende brachte zwar nicht den erhofften symbolischen Glanz für Helmut Kohl, dennoch war das Zentralorgan des bundesdeutschen Kapitals, die FAZ, leidlich zufrieden. Ihr Kommentator Peter Hort schrieb mit dem Blick für das Wesentliche: „Schon im Maastrichter Vertrag gelang es Kohl…
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Doppelte Lottchen wie du und ich
Wie das Klonen von Menschen in den Medien zur Normalität wird. Von Dorothee Obermann, erschienen in DISS-Journal 2 (1998) „Sie würden sie für eineiige Zwillinge halten“, fuhr Jeannie fort, „und sie haben ja auch tatsächlich eine identische DNS, aber alle acht wurden von verschiedenen Müttern geboren! Ich beschäftige mich schon seit längerem mit Zwillingsforschung. Als…
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Nie mehr arbeitslos!
Von Ursula Kreft, erschienen in DISS-Journal 2 (1998) Was kein Politiker mehr zu sagen wagt, das verspricht der neue Bericht an den Club of Rome: Die Arbeitslosigkeit wird abgeschafft, radikal und vollständig, und zwar für alle Menschen von 18 bis – man höre und staune – 78 Jahren. Unter dem Titel „Wie wir arbeiten…

